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| OAG-2 Ich möchte hier eine Weiterentwicklung des OAG aus der Werkstatt von René Rogge vorstellen. Der Wunsch einen möglichst flachen OAG benutzen zu können hat verschiedene Gründe. Besonders am Newton hat man wenig Back-Fokus und möchte schon daher möglichst wenig Verstellweg verschenken. Vor allem aber möchte man den vorgeschriebenen Abstand vom fast immer benötigten Korrektor zur Kamera-Chipebene einhalten. Bei den meisten OAG's ist das nur selten möglich. Gerade bei schnelle Systeme ist man darauf aber angewiesen. René Rogge ist es jetzt gelungen, einen völlig neuen OAG zu entwickeln, bei dem man volle acht mm gewinnt. Das mag wenig anmuten - wer jedoch um die Probleme der Fotografie weiß, wird diese acht mm zu schätzen wissen. Von den ursprünglichen 25mm hat dieser OAG jetzt nur noch eine Dicke von 17mm. Was bedeutet das nun für den Anwender? Zunächst ist zu erwarten, dass durch den geringeren Abstand zur Chipebene jetzt auch bei schnellen Systemen mit Öffnungsverhältnissen um f/4 eine verbesserte Sternabbildung zu erzielen ist. Gleichzeitig gewinnt man Verstellweg bei zu knapp bemessenen Backfokus an Newton-Systemen. Durch einen um etwa 45° schwenkbaren Leitkamera-Träger ist die Leitsternsuche deutlich flexibler. Zu den Nachteilen: Durch die gewonnenen acht mm wandert der OAG um eben diese acht mm nach außen zur Kamera. Damit verstellt sich aber die Fokalebene für die Leitkamera um ebenfalls acht mm nach innen. Wer nun eine Leitkamera mit tief liegenden Chip benutz, gelangt mit dieser möglicherweise nicht mehr in den Fokus. Meine Tests habe ich mit der Mintron MTV 12 V1 EX gemacht. Der Chip dieser Kamera liegt erfreulich weit außen. (etwa 11mm vom C-mount-Gewinde entfernt). Dennoch war es notwendig, einen besonders flachen Kamerahalter zu entwickeln, der genug Spielraum zur Anpassung der Leitkamera bietet. René hat dazu eigens einen 1,25"-Adapter mit Schlitzklemmung entwickelt, der auch bei sehr knapper Passtiefe der Leitkamerahülse zuverlässig klemmt. Ein weiterer, wenn auch geringer Nachteil ist, dass durch den flachen OAG-Körpern auch nur noch ein kleinerer Lichtschacht für die Leitkamera realisierbar ist. Die Leitkamera wird also etwas weniger Licht empfangen, als bei dem Schacht des größeren OAG`s. Ich führe jedenfalls auf diese Tatsache zurück, dass das Leitkamerabild etwas mehr Rauschen zeigt. Es ist allerdings ein Nachteil, den ich für vernachlässigbar halte. Ich habe inzwischen einige Testaufnahmen gemacht und kann schon mal sagen, dass dieser OAG einwandfrei arbeitet. Etwas anderes hatte ich aber auch nicht erwartet. Eine verbesserte Sternabbildung konnte ich bei meinem Newton mit einem Öffnungsverhältnis von f/5,7 nicht feststellen. Nun ist dieses etwas langsamere Öffnungsverhältnis aber auch in keinem kritischen Bereich. Wie oben schon erwähnt, dürfte das bei einem f/4 oder f/4,5 Newton anders aussehen. Da wird René sicher noch selber testen. Was fällt noch an diesem neuen OAG auf? Es gibt keine Schwalbenschwanz-Klemmung mehr. Der OAG besteht im Wesentlichen aus einem Innen- und einem Außenring. Der Außenring wird an die Kamera, bzw das Filterrad geschraubt. Im Außenring sind T-förmige Einfräsungen vorhanden, in die man den Innenring mit dem Leitkameraträger einführt. Innerhalb dieser T-förmigen Einfräsung lässt sich der Kameraträger nun schwenken. Drei Rändelschrauben fixieren das Ganze. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch sagen, dass natürlich auch dieser OAG vollkommen professionell erscheint und bereits jetzt einen ausgereiften Eindruck vermittelt. Noch etwas fällt auf und soll erwähnt werden. So wünschenswert es auch erscheint einen OAG immer flacher zu gestalten, diesem Vorhaben sind Grenzen gesetzt. Ich denke, sie sind mit diesen 17 mm in etwa erreicht. Zumindest, wenn man mit einer für Astrozwecke konstruierten CCD-Kamera arbeitet. Bei einem noch flacheren OAG würde die Fokalebene für die Leitkamera so weit nach innen wandern, dass es möglicherweise unmöglich wird, den Fokus mit der Leitkamera zu erreichen. Bei einer Hauptkamera mit tiefer liegendem Chip würde sich das Problem allerdings entschärfen. Und eine DSLR wie die Canon EOS wird dieses Problem kaum aufwerfen. Getestet hatte ich natürlich mit meiner Atik 16HR. Diese Kamera hat ein Auflagenmaß von etwa 17mm und ich gehe davon aus, dass auch andere CCD-Kameras sich in diesem Bereich bewegen.
Hier nun ein paar Aufnahmen, die sich eigentlich selber erklären:
Die beiden OAG-Ringe mit dem Kameraträger am Innenring
Einsatzbereit am 12er Newton |